Kiew – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat internationale Fluggesellschaften, Versicherungsunternehmen und ausländische Regierungen vor den zunehmenden Gefahren im russischen Luftraum gewarnt. Angesichts der verstärkten ukrainischen Drohnenangriffe werde der russische Luftraum für die zivile Luftfahrt zunehmend unsicher.
🚨 Selenskyj: Russischer Luftraum wird „faktisch geschlossen“
Nach fast einer Woche ununterbrochener russischer Angriffe auf die Ukraine und wiederholter Luftalarm-Warnungen richtete Selenskyj eine deutliche Botschaft an internationale Fluggesellschaften und Versicherer.
„Der russische Luftraum wird faktisch geschlossen“, erklärte der ukrainische Präsident am Abend des 1. September.

Selenskyj betonte, dass die Folgen des seit mehr als vier Jahren andauernden Krieges nicht dauerhaft auf ukrainisches Territorium beschränkt bleiben könnten. Die zunehmenden ukrainischen Drohnenoperationen würden den russischen Luftraum in absehbarer Zeit für Flugzeuge unsicher machen.
„Die ersten Raketen und die ersten Drohnen kamen aus Russland und überquerten unsere Grenze durch den russischen Luftraum. Diese Eskalation kann nicht auf ukrainisches Territorium beschränkt bleiben und wird es auch nicht“, sagte Selenskyj.
✈️ Warnung an Airlines und Versicherungen
Die Warnung richtet sich nicht nur an Moskau. Selenskyj sprach ausdrücklich auch Fluggesellschaften, Versicherungsunternehmen und ausländische Regierungen an, die weiterhin den russischen Luftraum nutzen oder Flüge nach Moskau, St. Petersburg und zu anderen wichtigen russischen Flughäfen anbieten.
„Wir wollen heute alle Fluggesellschaften warnen, die den russischen Luftraum nutzen, ebenso alle Versicherungsunternehmen und alle, die weiterhin die wichtigsten Flughäfen Russlands anfliegen“, erklärte der ukrainische Präsident.
Der russische Luftraum werde zunehmend vollständig unsicher.
🛩️ Ukraine will keine Zivilflugzeuge angreifen
Selenskyj betonte zugleich, dass die Ukraine keine zivilen Flugzeuge angreifen wolle.
„Die Ukraine bedroht die zivile Luftfahrt nicht und greift kein einziges ziviles Flugzeug an“, sagte er. Gleichzeitig müsse berücksichtigt werden, in welchem Ausmaß sich künftig ukrainische Drohnen am Himmel über Russland befinden könnten.
„Im russischen Himmel werden sich Drohnen in einer Größenordnung befinden, die berücksichtigt werden muss“, warnte Selenskyj.
Der ukrainische Präsident fasste seine Botschaft deutlich zusammen:
„Der russische Luftraum wird faktisch geschlossen. Der von Russland begonnene Krieg schließt den Himmel über Russland.“
🇺🇦 Ukrainischer Luftraum seit 2022 geschlossen
Der ukrainische Luftraum ist seit dem Beginn der großangelegten russischen Invasion am 24. Februar 2022 für die zivile Luftfahrt geschlossen.
Der zivile Flugverkehr in Russland wurde dagegen während des Krieges grundsätzlich fortgesetzt. Allerdings kam es im Zuge ukrainischer Drohnenangriffe zunehmend zu Flugunterbrechungen und vorübergehenden Schließungen von Flughäfen.
Bei ihren Langstreckenoperationen greift die Ukraine vor allem militärische Einrichtungen und Infrastruktur an, die nach Angaben Kiews die russischen Kriegsanstrengungen unterstützen. Dazu gehören unter anderem Luftwaffenstützpunkte, Raketeneinheiten, Ölraffinerien und Energieanlagen.
Selenskyj erklärte, dass die Ukraine an dieser Strategie festhalten werde, betonte jedoch zugleich, dass Kiew den Tod unschuldiger Menschen vermeiden wolle.
„Wir warnen unsere Partner: Die sicheren Tage im Himmel über Russland sind vorbei“, sagte Selenskyj.
Zudem forderte er ausländische Botschafter in Kiew und Moskau auf, diese Botschaft an ihre jeweiligen Regierungen weiterzugeben. Das ukrainische Außenministerium und weitere staatliche Behörden würden internationale Organisationen mit umfassenden Informationen über die Gefahren im russischen Luftraum versorgen.
🔥 Russische Angriffe auf die Ukraine dauern an
Selenskyjs Warnung erfolgte vor dem Hintergrund nahezu ununterbrochener russischer Angriffe auf ukrainische Städte. Russland setzt dabei zunehmend auf mit Düsentriebwerken ausgestattete Drohnen, die in mehreren Wellen sowohl nachts als auch tagsüber eingesetzt werden.
Kiew und die umliegende Region gehören zu den wichtigsten Zielen. Wiederholte Luftalarme beeinträchtigen den Verkehr, das Wirtschaftsleben und den Alltag in der ukrainischen Hauptstadt.
Nach Einschätzung ukrainischer Behörden setzt Russland neben ballistischen Raketen zunehmend auch auf düsengetriebene Drohnen. Dies stellt die ukrainische Luftverteidigung vor zusätzliche Herausforderungen.
Die Botschaft Selenskyjs ist eindeutig: Russland könne nicht erwarten, dass der von ihm geführte Luftkrieg ausschließlich über ukrainischem Territorium bleibt.
„Ein Himmel voller Drohnen ist kein geeigneter Ort für die zivile Luftfahrt“, sagte Selenskyj.