In Bulgarien wurde die Journalistin Sonya Koltuklieva beim Versuch, der Parlamentspräsidentin Mihaela Dotsova eine Frage zu stellen, von einer Sicherheitskraft zu Boden gestoßen. Sie kam mit Verdacht auf Schulterfraktur und Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Ermittlungen laufen.

In der bulgarischen Hauptstadt Sofia wurde die Journalistin Sonya Koltuklieva beim Versuch, der Parlamentspräsidentin Mihaela Dotsova eine Frage zu stellen, von einem Mitarbeiter des Nationalen Schutzdienstes (NSO) gewaltsam zu Boden gestoßen. Der Vorfall ereignete sich am 22. Oktober 2026 und löste landesweit große Empörung aus.
Auf Videoaufnahmen ist deutlich zu sehen, wie die Journalistin Koltuklieva sich der aus dem Fahrzeug steigenden Dotsova nähert und dabei von einem Personenschützer an der Schulter gepackt und zu Boden geworfen wird. Die Journalistin erlitt bei dem Sturz Verletzungen und wurde mit dem Verdacht auf einen Schulterbruch sowie eine Gehirnerschütterung umgehend zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Die Folgen des Vorfalls
- Festnahme: Der beteiligte Personenschützer wurde unmittelbar nach dem Vorfall vorübergehend festgenommen.
- Ermittlungen eingeleitet: Die bulgarischen Behörden haben eine offizielle Untersuchung des Vorfalls gestartet.
- Entschuldigung der Parlamentspräsidentin: Mihaela Dotsova entschuldigte sich persönlich bei der Journalistin und bezeichnete den Übergriff als „absolut unakzeptabel“.
- Rücktrittsforderungen: Oppositionsparteien forderten umgehend den Rücktritt von Parlamentspräsidentin Dotsova.
Der Vorfall hat die Debatte über die Pressefreiheit in Bulgarien erneut entfacht. Zahlreiche Beobachter betonen, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Schutz von Politikern und dem Grundrecht von Journalisten auf Informationsbeschaffung gewahrt bleiben muss.
Bewertung aus Sicht der Pressefreiheit
Derartige Übergriffe werfen insbesondere in osteuropäischen Staaten ein schlaglichtartiges Schlaglicht auf die Sicherheitslage von Medienschaffenden. Das Recht von Journalisten, hochrangigen Amtsträgern kritische Fragen zu stellen, gilt als eines der Fundamente demokratischer Systeme. Dieser gewaltsame Vorfall in Bulgarien hat sowohl in den lokalen als auch in den internationalen Medien für erhebliche Resonanz gesorgt.
Quellen:
- X-Beitrag und Video von 1980Aktuell (@1980Aktuell), 23. Oktober 2026
- BTA (Bulgarische Nachrichtenagentur)
- Novinite und Aykırı (22. Oktober 2026)