Kiew – 25. August 2026. Die ukrainische Justiz hat gegen Iryna Mudra, die ehemalige stellvertretende Leiterin des Präsidialamtes von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Untersuchungshaft angeordnet. Das Hohe Antikorruptionsgericht der Ukraine setzte die Haftdauer auf 60 Tage fest.
Zum Originalbericht der Ukrainska Pravda
Gericht setzt Kaution von 20 Millionen Hrywnja fest
Das Gericht legte gleichzeitig eine Kaution in Höhe von 20 Millionen ukrainischen Hrywnja fest. Dies entspricht nach damaligem Wechselkurs ungefähr 447.000 US-Dollar.

Mudra erklärte nach der Gerichtsentscheidung, dass sie versuchen wolle, die Summe aufzubringen. Einen Teil des Geldes könne sie nach eigenen Angaben selbst bereitstellen. Für den restlichen Betrag wolle sie Unterstützung aus ihrem persönlichen Umfeld erhalten.
Ihre Anwälte wollen zudem die Entscheidung des Gerichts prüfen und gegebenenfalls Berufung einlegen.
Staatsanwaltschaft hatte höhere Kaution gefordert
Die ukrainische Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAPO) hatte eine deutlich höhere Kaution beantragt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft könnten Mudra Vermögenswerte im Wert von mehr als 250 Millionen Hrywnja zugerechnet werden.
Die Ermittler hatten deshalb eine Kaution von 150 Millionen Hrywnja gefordert. Das Gericht entschied sich letztlich jedoch für eine deutlich niedrigere Summe.
Die Verteidigung weist die gegen Mudra erhobenen Vorwürfe zurück und hält den Verdacht für unbegründet.
Ermittlungen gegen einflussreiche Personen
Der Fall ist Teil umfangreicher Antikorruptionsermittlungen in der Ukraine. Bereits am 19. August hatten Ermittler Durchsuchungen bei mehreren Personen durchgeführt. Betroffen waren unter anderem Räumlichkeiten des ukrainischen Abgeordneten Wadym Stolar sowie von Iryna Mudra.
Mudra war zuvor eine wichtige Mitarbeiterin im Umfeld des ukrainischen Präsidenten. Selenskyj hatte sie als stellvertretende Leiterin des Präsidialamtes eingesetzt. Im Zuge der aktuellen Entwicklungen wurde ihre Entlassung aus dem Amt bekannt.
🇺🇦 Auch ehemaliger Abgeordneter in Haft
Neben Mudra geriet auch der ehemalige ukrainische Abgeordnete Maksym Mykytas ins Visier der Ermittler. Auch gegen ihn wurde Untersuchungshaft angeordnet. Als Alternative wurde eine Kaution von 30 Millionen Hrywnja festgelegt.
Die Ermittlungen zeigen damit erneut, dass die ukrainischen Antikorruptionsbehörden auch gegen Personen mit politischen Verbindungen und einflussreichen Netzwerken vorgehen.
Was ist bisher bekannt?
Der Fall gegen Iryna Mudra ist noch nicht abgeschlossen. Die Untersuchungshaft stellt keine rechtskräftige Verurteilung dar. Über die strafrechtliche Verantwortung der Beschuldigten muss im weiteren Verlauf des Verfahrens entschieden werden.
Die ukrainischen Behörden setzen ihre Ermittlungen fort. Im Mittelpunkt stehen dabei mögliche Korruptions- und Vermögensdelikte sowie die Frage, welche Rolle die einzelnen Beschuldigten in den untersuchten Vorgängen gespielt haben.