AfD-Streit: Merz verschiebt Telefonat mit Trump

Die offene Unterstützung von US-Präsident Donald Trump für die AfD sorgt für Spannungen zwischen Berlin und Washington. Bundeskanzler Friedrich Merz verschob ein geplantes Telefonat mit Trump.

US-Präsident Donald Trump hat den Wahlerfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt öffentlich begrüßt. In einem Beitrag in den sozialen Medien schrieb Trump sinngemäß, die „populistische Partei“ in Deutschland habe einen „wirklich großartigen Abend“ erlebt. Zugleich kritisierte er die deutsche Migrationspolitik und verband seine Botschaft mit dem Slogan „Make Germany Great Again“ (MGGA).

Die Äußerungen stießen in Berlin auf deutliche Kritik. Metin Hakverdi, Koordinator der Bundesregierung für die transatlantischen Beziehungen, sagte gegenüber dem „Tagesspiegel“:

„Wie wir mit Migration umgehen und wen wir wählen, entscheiden wir Deutschen selbst. Wir brauchen dafür keine Ratschläge aus dem Weißen Haus.“

Regierungssprecher Stefan Kornelius wollte Trumps Beitrag nicht direkt kommentieren. Er verwies jedoch darauf, dass Merz in der Vergangenheit mehrfach betont habe, eine Einmischung aus dem Ausland in die deutsche Innenpolitik – insbesondere während Wahlen – sei nicht akzeptabel.

Geplantes Telefonat mit Trump verschoben

Kornelius bestätigte zudem, dass ein für den 11. September geplantes Telefonat zwischen Merz und Trump anlässlich des 25. Jahrestages der Terroranschläge vom 11. September von deutscher Seite verschoben wurde. Ein neuer Termin sei bislang nicht vereinbart worden.

Auch Merz’ Erklärung zum Jahrestag enthält eine deutliche Botschaft. Darin wird zwar die Solidarität Deutschlands mit den USA hervorgehoben, zugleich werden gemeinsame Werte betont.

„Bundeskanzler Merz ist auch heute bereit, die Werte zu verteidigen, die uns ausmachen und uns miteinander verbinden. Diese Werte sind Freiheit, Demokratie und Respekt“, heißt es in der Erklärung.

Die Verschiebung des Telefonats fällt damit in eine Phase zunehmender politischer Spannungen zwischen der Bundesregierung und Trump über die AfD sowie über die Einmischung in die deutsche Innenpolitik.

Quelle: Reuters, AFP, dpa / DW Türkçe, 9. September 2026

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