AfD-Chefin Alice Weidel hat Bundeskanzler Friedrich Merz im Bundestag scharf kritisiert. In der Generaldebatte am 9. September 2026 warf Weidel der Bundesregierung vor, die Deutschen durch ein ungerechtes Steuersystem massiv zu belasten. Besonders ihre Aussage, wonach von einem verdienten Euro lediglich 46 Cent übrig blieben, sorgte für Aufmerksamkeit.
Alice Weidel: „Harte Arbeit lohnt sich nicht mehr“
Weidel stellte sich in ihrer Rede gegen den Vorwurf, die Deutschen seien zu wenig bereit zu arbeiten. Ihrer Ansicht nach liege das Problem vielmehr in der hohen Belastung durch Steuern und Sozialabgaben.
„Herr Merz, die Deutschen sind nicht zu faul, mehr zu arbeiten. Sie sehen, dass sich harte Arbeit nicht lohnt, weil ein ungerechtes Steuersystem ihnen alles wegnimmt“, sagte die AfD-Chefin.
Von einem verdienten Euro blieben am Ende nur 46 Cent übrig. Weidel bezeichnete dies als „Raub“ und erklärte, die Menschen würden zunehmend erkennen, dass sie „bis auf die Knochen ausgeplündert und über den Tisch gezogen“ würden.

Kritik an der Bundesregierung und Friedrich Merz
In ihrer Bundestagsrede griff Alice Weidel auch die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Bundesregierung unter Friedrich Merz an. Trotz Rekordeinnahmen des Staates sei es der Regierung ihrer Ansicht nach nicht gelungen, die öffentlichen Finanzen nachhaltig zu stabilisieren.
Weidel warf der Bundesregierung vor, Deutschland in wirtschaftlicher Hinsicht mit hoher Geschwindigkeit in eine schwierige Lage zu führen. Sie kritisierte unter anderem die hohe Steuer- und Abgabenlast, steigende Energiekosten, staatliche Ausgaben und die Migrationspolitik.
Die AfD fordert seit Jahren eine grundlegende Reform des deutschen Steuersystems, eine Entlastung der Arbeitnehmer und eine Begrenzung staatlicher Ausgaben.
AfD verweist auf Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt
Auch die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt spielte in Weidels Argumentation eine wichtige Rolle. Sie erklärte, die Wähler hätten der CDU eine deutliche politische Niederlage zugefügt.
Nach Ansicht der AfD-Chefin zeigt das Wahlergebnis, dass die Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien inzwischen nicht mehr auf einzelne Regionen beschränkt sei. Eine ähnliche Entwicklung könne sich ihrer Einschätzung nach auch auf Bundesebene fortsetzen.
Steuern, Energiepreise und Wirtschaft im Mittelpunkt
Die Aussagen Weidels fallen in eine Zeit, in der Deutschland weiterhin mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert ist. Hohe Energiepreise, die Steuer- und Abgabenbelastung, schwaches Wirtschaftswachstum und steigende staatliche Ausgaben gehören zu den zentralen politischen Debatten.
Die AfD argumentiert, dass Arbeitnehmer durch Einkommensteuer, Sozialversicherungsbeiträge und weitere Abgaben einen erheblichen Teil ihres Einkommens verlieren. Die von Weidel genannten 46 Cent pro verdientem Euro sollen dabei die aus ihrer Sicht besonders hohe Belastung der Bürger verdeutlichen.
CDU und Bundesregierung weisen AfD-Kritik zurück
Die Bundesregierung und die CDU weisen die grundlegende Kritik der AfD zurück. Friedrich Merz und die Koalition aus CDU/CSU und SPD setzen unter anderem auf wirtschaftspolitische Maßnahmen, Investitionen und steuerliche Entlastungen, um die deutsche Wirtschaft wieder anzukurbeln.
Die AfD hält diese Maßnahmen hingegen für nicht ausreichend und fordert tiefgreifendere Veränderungen bei Steuern, Staatsausgaben und Wirtschaftspolitik.
Fazit
Die Rede von Alice Weidel im Bundestag zeigt erneut die zunehmende politische Auseinandersetzung über Steuern, Arbeitsanreize, Staatsausgaben und die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands. Besonders der Satz „Von einem verdienten Euro bleiben nur 46 Cent“ entwickelte sich dabei zu einer der prägnantesten Aussagen ihrer Rede.