Moskau – Der frühere deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den 74. Geburtstag des russischen Präsidenten Wladimir Putin am 7. Oktober 2026 gemeinsam mit ihm in dessen Moskauer Privatresidenz gefeiert. Das geht aus einer offiziellen Mitteilung des Kremls hervor, die am 8. Oktober veröffentlicht wurde.
Nach Angaben des Kremls erfuhr Putin am Morgen des 7. Oktober aus Medienberichten, dass sich Schröder in Moskau aufhielt. Der frühere Bundeskanzler war in die russische Hauptstadt gereist, nachdem er kürzlich eine Funktion im Umfeld des Aufsichtsrats der in Russland tätigen Supermarktkette Hyperglobus, ehemals Globus, übernommen hatte.

Putin lud seinen „alten Freund“ daraufhin zu sich nach Hause ein, wo beide gemeinsam den Geburtstag des russischen Präsidenten verbrachten.
Auf vom Kreml veröffentlichten Fotos sind Putin und Schröder lächelnd beim Händeschütteln zu sehen. Im Hintergrund sind ein traditioneller russischer Ofen und ein Samowar zu erkennen.
Am selben Tag besuchte Schröder außerdem eine Filiale von Hyperglobus in Moskau. Aufnahmen des russischen Fernsehens zeigten, wie Mitarbeiter den ehemaligen Bundeskanzler mit Applaus empfingen. Schröder hielt dort auch eine kurze Ansprache.
Gerhard Schröder und Wladimir Putin: Eine langjährige Beziehung
Gerhard Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Seine langjährigen persönlichen Beziehungen zu Wladimir Putin sind seit vielen Jahren Gegenstand politischer Debatten.
Insbesondere nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 geriet Schröder in Deutschland wegen seiner fortgesetzten Kontakte zu Russland und seiner früheren Verbindungen zur russischen Energiebranche zunehmend in die Kritik.
Auch seine jüngste Tätigkeit im Zusammenhang mit dem Aufsichtsrat von Hyperglobus sorgt für Diskussionen. Damit übernimmt der frühere Regierungschef erneut eine Funktion im russischen Wirtschaftssektor.
Im Mai 2026 hatte Putin Schröder zudem als möglichen Vermittler im Rahmen von Friedensgesprächen über die Ukraine im Namen europäischer Staaten vorgeschlagen.
Kritik aus Deutschland nach Treffen mit Putin
Der gemeinsame Geburtstagstermin in Moskau löste in Deutschland erneut Kritik aus. Politiker verschiedener politischer Lager bezeichneten Schröders Besuch Medienberichten zufolge als problematisch. Einige Stimmen werteten das Treffen als „Skandal“ und kritisierten die anhaltende Nähe des ehemaligen Bundeskanzlers zum russischen Präsidenten.
Die Begegnung dürfte damit die seit Jahren geführte Debatte über Schröders Verhältnis zu Putin und seine Rolle im Umgang Deutschlands mit Russland erneut anheizen.
Die Angaben zum Treffen stützen sich auf die Mitteilung des Kremls und die dazu veröffentlichten Fotos. Internationale Nachrichtenagenturen und deutsche Medien berichteten ebenfalls über das Ereignis.
Quelle: Kreml, Reuters und deutsche Nachrichtenmedien.