Proteste in Frankreich greifen auf Europa über: Demonstrationen in Spanien, Italien, Belgien und Portugal wegen Lebenshaltungskosten, Bildung und Wohnungskrise

Die seit Wochen andauernden Unruhen in Frankreich über steigende Lebenshaltungskosten, den Verfall öffentlicher Dienstleistungen und Mängel im Bildungssystem haben sich auf weitere europäische Länder ausgeweitet. Nach viertägigen Demonstrationen gegen die Wohnungskrise und hohe Lebenshaltungskosten in Spanien traten die Proteste am Samstag, den 17. Oktober, auch in Italien, Belgien und Portugal auf die Straße. Die Demonstranten forderten Maßnahmen gegen hohe Lebenshaltungskosten, niedrige Löhne, unbezahlbaren Wohnraum und steigende Bildungskosten.

Italien: Heftige Zusammenstöße in Mailand

In der italienischen Metropole Mailand verlief ein Demonstrationstag gegen die hohen Lebenshaltungskosten und den Krieg zunächst friedlich. Die Situation eskalierte jedoch, als vermummte Gruppen die Polizei angriffen. Demonstranten warfen Steine sowie Pflastersteine, errichteten Barrikaden und setzten diese in Brand. Einige Geschäfte wurden geplündert.

Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Rund um die Piazza del Duomo entstanden erhebliche Sachschäden. Nach Angaben der Behörden wurden etwa 50 Personen festgenommen; zwei Polizeibeamte wurden verletzt. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Gewalt und erklärte, die Proteste seien von „Vandalen“ missbraucht worden. Gewerkschaften haben für den 20. November zu einem Generalstreik aufgerufen.

Portugal: Zeltlager und Großdemonstration in Lissabon

In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon gingen nach Angaben des Gewerkschaftsverbands CGTP-IN Zehntausende Menschen auf die Straße, um gegen Inflation, niedrige Löhne und die Wohnungskrise in Portugal zu protestieren. Viele Demonstranten schlugen auf dem Rossio-Platz Zelte auf, um dort zu übernachten.

  • Extremer Anstieg der Mietpreise: Die Immobilienpreise in Portugal stiegen zwischen 2015 und 2024 um 124 % – doppelt so schnell wie im EU-Durchschnitt.
  • Betroffene Zielgruppen: Vor allem junge Menschen und einkommensschwache Haushalte leiden unter den drastisch steigenden Mieten bei Neuverträgen.

Regierungsvertreter betonten unterdessen, man werde sich „dem Druck der Straße nicht beugen“.

Belgien: Studentenproteste und Polizeieinsatz

In Belgien demonstrierten in Brüssel und Lüttich Hunderte Studierende und Bürger gegen steigende Studiengebühren, Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben und die allgemeine Teuerung. Die Polizei griff mit Wasserwerfern und Tränengas ein. Der belgische Innenminister bezeichnete die Gewalttaten als „organisierte Aktion zur Desstabilisierung der Gesellschaft“.

Die Lage in Spanien und Frankreich

  • Spanien: Die Proteste halten an, da sich die Mietpreise in den letzten zehn Jahren verdoppelt haben und die Wohnungsnot ein kritisches Niveau erreicht hat.
  • Frankreich: Am Samstag gingen landesweit zwischen 550.000 und 800.000 Menschen auf die Straße. In vielen Städten, allen voran in Paris, kam es zu schweren Ausschreitungen und hunderten Festnahmen. Laut dem Innenministerium handelte es sich um einen der turbulentesten Tage seit Jahrzehnten.

Ausblick: Soziale Unruhen in ganz Europa?

Experten sehen Frankreich als das Zentrum dieser Protestbewegung, deren Unzufriedenheit sich nun rasch auf ganz Europa überträgt. Auch in Griechenland, Deutschland und Österreich gibt es bereits erste Anzeichen für ähnliche Mobilisierungen.

Die gemeinsamen Hauptursachen der europaweiten Demonstrationen sind:

  1. Steigende Verbraucherpreise und Inflation
  2. Fehlender Zugang zu bezahlbarem Wohnraum
  3. Verschlechterung öffentlicher Dienstleistungen

Während die Regierungen ankündigen, Maßnahmenpakete zur Entlastung der Bevölkerung vorzubereiten, verurteilen sie gleichzeitig jegliche Form von Gewalt auf den Straßen.

Quelle: Internationale Nachrichtenagenturen und lokale Berichte (18. Oktober 2026).

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